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Herbstbericht und Weinjahr 2009


Sehr geehrte Weinfreunde,

Der vergangene Winter war der kälteste seit 1996/97, zu Frostschäden kam es jedoch nicht. Nach einem normalen Februar brachte der März nochmals eine winterliche Episode mit Frost und Schnee.

Doch der April übertraf dann alle Erwartungen. Frühsommerlich warmes Wetter ließ die Vegetation explodieren.

Der Austrieb am 14. April gehört zu den frühesten Terminen seit 1955. Ende April war die Vegetation dann etwa drei Wochen voraus.

Im Mai gab es einen steten Wechsel zwischen wärmeren und kühleren Phasen, aber auf überdurchschnittlichem Temperaturniveau. Niedrigere Temperaturen im Juni bremsten die Entwicklung, das Stadium "Vollblüte" wurde beim Riesling am 10. Juni erreicht. Bedingt durch die kühle Witterung zog sich die Blüte lange hin. Im regenreichen Juni bestand hoher Infektionsdruck bei den Pilzkrankheiten, die im weiteren Verlauf des Sommers für erhebliche Probleme sorgten.

Nach einem von der Temperatur leicht überdurchschnittlichen Juli betrug zum Reifebeginn am 12. August der Vegetationsvorsprung noch rund zwei Wochen. Bis zur Ernte herrschte dann ideales Reifewetter, so dass die Mostgewichte kontinuierlich zunahmen.

Allerdings fehlte gerade in den skelettreichen Böden des Rüdesheimer Bergs die Bodenfeuchtigkeit. Dies führte zu kleineren Trauben und Ernteeinbußen. Insbesondere bei den Burgundersorten fiel der Ertrag deutlich knapper aus. Wo das Wasser im Boden fehlte, stiegen auch die Mostgewichte nur sehr langsam. In unserem Betrieb lagen die Mostgewichte im Bereich von 78° bis 96° Oechsle.

So begann bei uns die Rieslinglese am 30.September. Anfang Oktober folgte ein Wetterumschwung mit reichlich Regen bei noch hohen Temperaturen. Die Lese wurde mit Hochdruck fortgesetzt. Ende Oktober konnten im Rheingau dann doch bei goldenem Oktober Beerenauslesen geerntet werden.

Die Quantität wird im Rheingau 10-15 % deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 78 hl/ha geschätzt, wir ernteten einen durch Qualität beschränkten Ertrag unter 50 hl/ha.

Ihr Tilbert Nägler



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